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24-Stunden-Kurbelkneten in Kelheim

Dunkel ziehen die Wolken rasend über das Münsterland. Mal wieder. Es ist kühl und windig. Willkommen im Sommer 2011. Um 04:00 ist Abfahrt nach Kelheim in Bayern. Uns ( CM - The Thing, Kalif Storch, Funky Klaus und Äitsch Pie) erwarten dort vierundzwanzig Stunden Kurbelkneten. Leider hat unser fünfter Staffelpartner kurz vor dem Startschuß absagen müssen.. wir werden sein Pensum kompensieren müssen. Und das bei DER Wetterlage. Na klasse. Die Anreise ist problemlos, Empfang durch die anderen befreundeten Staffel und Organisatoren freudig und das Wetter ist top. Erste Taten: Shorts kaufen und Bayerisch Brunch im Kombinationsbetrieb "Metzgerei und Gasthaus Bartzel". Beim Abfahren der Strecke am folgenden Samstag zeigt Funky Klaus, dass er bis in die Fingerspitzen motiviert ist und bricht den Schalthebel am Bike ab. Na Mahlzeit! Zum Glück gibt es ein Ersatzrad. das Problem ist somit kein Problem.

Zeitsprung: Es ist kurz vor Mitternacht von Samstag auf Sonntag. Seit zehn Stunden wechseln wir vier uns alle 60 Minuten ab um die 17km-Runde zweimal zu fahren. Bisher läuft alles gut; wir bringen gute Zeiten in´s Ziel. Und das Wetter hält. Die Stimmung vor Ort ist bombastisch bayerisch.. dicke Backen Musik, dicke Biergläser, dralle bayerische Mädels. Aber bei aller Motivation: es sind noch vierzehn Stunden zu fahren. Um 04:00 starte ich in meine zweite Nachrunde. Pfff..der Schweiß fühlt sich anders an als vor ein paar Stunden und der Nudelsalat von eben schlägt sich mit dem Käsekuchen um den Magensaft...beste Voraussetzungen um mit kalten Beinen in die Steigung zu fahren. Um mich herum torkeln Nachtschwärmer durch die laue Nacht, herrlich besoffen, in bierseeliger Laune und mit unsicherem Gang. Warum habe ich mir vor einer halben Stunde nur den schweißnassen Helm in die Stirn gedrückt? Neben der Strecke gibts bestimmt bessere Unterhaltung als auf dem nachtschwarzen Asphaltband. Meine Motivation hat ihren Tiefpunkt erreicht. Hellwache Sportler rasen an mir vorbei und die Steigung hinauf. Kurz ist die Luft mit Sixtus Startöl geschwängert. Bei der Fahrt entlang des Flusses geht die Sonne auf - ein Lichtblick in all seiner Schönheit. Knapp 20 Kilometer liegen noch vor mir...treten, treten, treten. Diese Rundenzeit wird mein Streichresultat. Schon nach Runde 1 liege ich ca. drei Minuten hinter der Marschtabelle. In Runde 2 wird´s nicht besser. Im Gegenteil: ein böser Unfall vor mir, mit Notarztwagen etc., sorgt für eine Engstelle auf der Strecke. Weitere 60 Sekunden bleiben liegen. Jetzt schnell in´s Ziel spurten; Äitsch Pie wartet.

Es ist Sonntagmorgen, 05:20 Erstmal in´s Hotel, unter die Dusche. Die Zimmernachbarn wird´s freuen. Zurück im Fahrerlager. Hier finde ich die ersten 60 Minuten Schlaf seit zwanzig Stunden. Für acht Uhr ist meine nächste Runde angesagt. Davor gibt´s ein reichliches Frühstück mit Allem was in die Achterbahn von Magen noch reingeht. Um neun Uhr ist für mich Feierabend. Keinen Meter will ich mehr fahren. Nein, um 12.00 steige ich nicht mehr in den Sattel. Der unermüdliche Kämpfer CM balgt sich mit den anderen Startern auf der Strecke und fährt konsequent die besten Zeiten von uns Vieren. "The Thing" wird seinem Namen wieder gerecht. Um elf Uhr streichen wir die Segel. Drei Stunden vor dem offiziellen Ende der Veranstaltung haben die "Helden in Spandex" ebendiese Hosen an den Nagel gehängt. Genug gegen die Müdigkeit gekämpft.- es warten noch über 800 Kilometer Autobahn auf uns.

Zeitsprung: Drei Wochen später schreibe diesen kurzen Bericht. Der Blick durch das Fenster zeigt ein vertrautes Bild: dunkel ziehen die Wolken rasend über das Münsterland. Mal wieder. Es ist kühl und windig. Es muß Sommer sein.